Die hydrostatische
Dichtemessung beruht auf der Bestimmung des
Volumens durch die Auftriebskraft. Bei der Messung der Flüssigkeitsdichte
muss das
Messkörpervolumen genau bekannt sein - bei der
Festkörperdichtemessung, die Dichte der Flüssigkeit. Der Auftrieb in einer
Flüssigkeit entspricht der Flüssigkeitsmenge, die durch das Körpervolumen verdrängt
wird. Nun ist
der Körper aber irgendwie aufgehängt. Dadurch kommen zwei Probleme hinzu:
Zum Einen ist das der Auftrieb eines Aufhängungsteils selbst, der
unterschiedlich tief in die Flüssigkeit eintauchen kann (weshalb man bei
der Mohrschen Waage möglichst dünne Drähte verwendet). Zum Anderen, -
unberechenbarer und entscheidender - dass die Stelle, an der die
Aufhängung (z.B. ein Faden oder Draht) die
Flüssigkeitsoberfläche durchsticht, eine Wölbung der Flüssigkeitsoberfläche
in der Phasengrenze auftritt (Meniskus), die einen positiven oder
negativen Kraftbeitrag leistet.
imeter bietet zwei Varianten zur
Lösung dieser Probleme:
1. Explizite
Vor- oder Nachbestimmung der Korrektur:
Das Aufhängungsmittel wird austariert, dann wird es bis zu einer Marke in die
Flüssigkeit eingeführt und um einen definierte Strecke
zurückgezogen (um eine reproduzierbare Meniskuskraft zu erzeugen). Dieses Gewicht wird bestimmt.
Es beinhaltet den Auftrieb der Halterung und die Meniskuskraft in der
Messposition. Dies ist die Korrektur, die
angegeben wird. Bei der Messung wird genauso verfahren - Eintauchen bis
zur Marke und zurückziehen ... (klingt etwas
kompliziert, aber natürlich ist das in Messprogrammen einfach, da
weitgehend automatisiert und wird mit "teach-in-Routinen" erledigt).
2. Implizite
Auslöschung (Meniskuseliminierung):
Mess- oder Prüfkörper werden untergetaucht, auf einem Boden abgestellt und aus
so einem Haken gehoben, indem das Gefäß durch die
Positioniervorrichtung angehoben wird. Die
Bildsequenz unten zeigt das Prinzip. Tarieren und Messen (3. und 4. Bild) findet mit
gleichen, rückwärtigen Kontaktwinkeln statt. Das Drahtstück, das
beim Messen gegenüber dem Tarieren austaucht, wird natürlich
berücksichtigt. Die Dichtemessung ist in diesem Fall eine
Differenzmessung
Mit dem Tarieren
werden noch andere Störungen eliminiert, wie die Drift
des Nullpunktes, schleichende Verschmutzung oder Kondensation von Flüssigkeitsdampf an der Aufhängung
oder auch der Effekt durch variable Flüssigkeitsniveaus (Kleiner Trick
- große Wirkung!).

Welches Verfahren
zum Einsatz kommen soll, richtet sich nach den jeweiligen praktischen
Erfordernissen. Verfahren 1 ist günstig für rasche Einzelmessungen mit
geringeren Präzisionsansprüchen,
Verfahren 2 für Messungen höchster Präzision, für länger währende
Messungen sowie für Prozessmessungen.
Beide Methoden
stehen sowohl für die Flüssigkeitsdichtemessung, die
Festkörperdichtemessung und die übrigen Verfahren, wie z.B. bei den OViD-Methoden
zur Verfügung.
Auf die Auslöschungstechnik - Meniskuseliminierung - wurde uns ein Patent bereits,
das bereits vor der
Offenlegung erteilt wurde (DE 103 40 555).
Erläuterung zu "ohne systematische Fehler"
Der Fehler der
Auftriebskraftmessung, wie er durch den Meniskus nach traditionelle Technik
auftritt, wird in dem Diagramm unten gezeigt; er entspricht darin dem
Kraftsprung insgesamt. Mit der neuen Technik wird der Sprung zunächst
verkleinert und schließlich ganz ausgelöscht:

Wenn man
einem benetzbaren Draht einer Wasseroberfläche annähert, dann springt am
Berührpunkt die Flüssigkeit diesen plötzlich an – es entsteht ein Meniskus,
der am Draht zieht. Taucht man den Draht weiter ein, dann gleitet das
Wasser etwas unregelmäßig über die Drahtoberfläche; mal wiegt
dieser Meniskus etwas mehr, mal weniger. Der Auftrieb, der auf den Draht wirkt,
nimmt mit zunehmender Eintauchtiefe zu. Dadurch fällt die Kraft letztlich
kontinuierlich ab (die Kurve geht nach unten durch den Volumenauftrieb des
Drahtes). Zieht man den Draht dann heraus, die Kurve kehrt um, fließt das
Wasser von der vor-benetzten Drahtfläche ab und der Kraftverlauf ist
wesentlich glatter. Für die Dichtemessung ist nun der kleine
Abschnitt DSk (zwischen Tarieren und
Messen) von gewissem Einfluss. Die entspricht, übertragen, dem
Stadium, da der Messkörper abgestellt ist (mit rückwärtigem Kontaktwinkel am
Draht) und der Messposition, da der Messkörper wieder anhängt und der
Auftrieb gewogen wird. Nun, mit dem Drahtquerschnitt, der
Bewegungsstrecke und der Dichte (in Rekursion ermittelt) ist der
kleine Beitrag DFk vollständig
bestimmt. Diese Kraft wird berechnet und zur Korrektur der Auftriebskraft
des Messkörpers verwendet.
Der entscheidende Fehler ist damit also behoben.
Auch wenn darum kein großer Wirbel gemacht
wird, es ist unsäglich wichtig, dass es geht - und so einfach, dauernd und
automatisch geht. Denn bisher hörte die Thermodynamik schon da auf, da die
Dichte nicht genau bekannt ist!