Viskosität, Berechnungsformel zur Viskosimetrie, Ringspaltströmung DensimeterRingspalt-Viskosimetrie |
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Strömungen im Ringspalt treten bei verschiedenen IMETER-Methoden zur Viskositätsmessung / Rheometrie auf. Sie findet im Messbereich zwischen 0,2 bis 1015 mPa∙s Anwendung. Wir geben hier die Herleitung und eine kleine Diskussion zum Thema - als eine Originalquelle. Modell / Aufbau
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![]() Abb.: 'Viskowaage' - analoger Aufbau von DiVA im IMETER mit thermostatisiertem, zylindrischen Behälter. |
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Ein zylindrischer Messkörper mit der Höhe h und dem Radius ri befindet sich mittig in einem zylindrischen mit Fluid (der Viskosität η) gefüllten Behälter mit dem Radius ra. Die Kraftmessung erfolgt an der Aufhängung mit einer Wägezelle. Der vertikal bewegliche Tisch erzeugt eine definierte, gleichförmige Relativbewegung zwischen Behälter und Messkörper mit der Geschwindigkeit v0. Die durch die Durchströmung des Ringspalts erzeugte Kraftdifferenz wird von der Wägezelle registriert, wodurch die Viskosität des Fluids bestimmt wird. Für die Darstellung des einfachen Zusammenhangs zwischen Kraft und Viskosität, gelten folgende Annahmen: - Die Strömungsgeschwindigkeit auf den festen Oberflächen ist Null (Wandhaftung = 1. Axiom der Viskosimetrie). - Das Fluid ist inkompressibel (2. Axiom), newtonisch, homogen und isotrop. - Der Messkörper ist konzentrisch zum Flüssigkeitsbehälter aufgehängt; die Vorgänge sind rotationssymmetrisch. - Die Messung erfolgt bei gleichförmiger Beweggeschwindigkeit, die Kraft (d.h. die Strömung) ist stationär. - Die Strömung im Ringspalt ist laminar, d.h. die Relativbewegung erfolgt mit hinreichend kleiner Geschwindigkeit v0., die Anströmung erfolgt aus dem Unendlichen. - Der gesamte Druckabfall durch Strömungsverlust erfolgt über die Länge h des Ringspalts. Funktion der Strömungsgeschwindigkeit im Ringspalt
Die Betrachtungen beziehen sich auf ein zylindrisches r,φ,z-Koordinatensystem. Für die Schubkraft infolge laminarer Scherung der Flüssigkeit gilt die folgende Gleichung, die auf der Mantelfläche eines Zylinders angesetzt wird.
Für die Kraft infolge der Druckdifferenz durch Strömungsverlust im Spalt gilt die folgende Gleichung, die auf die Kreisfläche des zu betrachtenden Querschnitts angesetzt wird.
Die aus den obigen Kräften resultierenden Streckenlasten, welche auf identische Kreislinien mit dem Umfang 2πr bezogen sind, werden zueinander ins Gleichgewicht gebracht. Es ergibt sich eine Differentialgleichung für die Strömungsgeschwindigkeit als Funktion des Radius.
Die obige Differentialgleichung wird zweimal integriert.
Die beiden Integrationskonstanten werden aus den Randbedingungen für die beiden Geschwindigkeiten auf den Grenzflächen ermittelt.
(Beim durch den Schweredruck durchflossenen Ringspalt in der OViD-Methode gilt die Randbedingung vz(r=ra)=0, da beide Wände still stehen; wodurch sich für die Integrationskonstante eine andere Lösung ergibt. Außerdem kann die Spaltströmung durch eine Pumpe erzeugt werden, die zur Messung z.B. in der Skizze am unteren Röhrenende definierte Volumenströme des Fluids abzieht.) Viskosität als Funktion der KraftDas pro Zeit aufgrund der Relativbewegung des Messkörpers angehobene Volumen ist gleich dem Volumen, das durch den Ringspalt strömt.
Das bestimmte Integral wird ausgerechnet, die Konstanten werden eingesetzt und nach einigen Umformungen der Gleichung ergibt sich die folgende Lösung für die Viskosität:
Mit der obigen Beziehung wird die Viskosität und der Druckabfall aus der Funktion der Strömungsgeschwindigkeit eliminiert.
Die an der Wägezelle gemessene Kraftdifferenz FW ergibt sich aus der Summe zweier Kräfte. Einerseits wirkt auf den Querschnitt des Messkörpers die durch Strömungsverlust bedingte Druckdifferenz. Andererseits wirkt auf der Mantelfläche des Messkörpers die durch Viskosität des Fluids bedingte Schubspannung. Hierbei ist zu beachten, dass ein positives Vorzeichen dieser Kraft FW entsprechend der Skizze zum Versuchsaufbau in positiver z-Richtung als aufwärts gerichtet definiert wird.
Durch Einsetzen und Umformen werden letztlich die folgenden Beziehungen für die Kraftdifferenz sowie die Viskosität erhalten:
FehlerbetrachtungZur Fehlerbetrachtung werden die partiellen Ableitungen gebildet:
RechenbeispielMit den folgenden Eingabewerten wird beispielhaft eine Fehlerbetrachtung durchgeführt: Mit den obigen Werten ergeben sich die folgenden Fehlerbeiträge:
Am Ergebnis der Beispielrechnung zur Viskosität zeigt sich, dass wesentliche Fehlerbeiträge aus der Bestimmung der Radien von Messkörper und Flüssigkeitsbehälter resultieren.
Diskussion - IMETERWie aus dem Rechenbeispiel
erkennbar, sind auch bei ziemlich grober Bestimmung der geometrischen
Verhältnisse, ab initio erhaltene Resultate bereits recht genau zu erwarten. Es
zeigte sich dass allein durch die Abmessung von Messkörper und Zylinderröhre per
Messschieber eine Normalprobe der Viskosität (5000AW) auf weniger als 2% genau
bestimmt werden konnte (!). Der Fehler wird auf einfache Art bereits dadurch
geringer, indem am Messkörper die Länge h vergrößert wird. Außerdem werden
Endeffekte völlig zurückgedrängt, wenn die messbare Kraft quasi zur Gänze auf
die Flüssigkeitsreibung im Spalt beruht. Für die typischen
Anwendungen von IMETER ist die Ausbildung der Methode als Normalviskosimeter für
uns vorerst kein Thema, die einfach rein metrologisch erreichbare Genauigkeit (1%)
ist erstaunlich genug - und mehr als ausreichend. Für eine tiefergehende
Untersuchung an Strömungen erlaubt der Sensor-Aktoraufbau von IMETER durchaus
komplexere Fragestellungen auf kürzestem Wege anzugehen, z.B. instationäre
Strömungen durch die Messung bei beschleunigter Bewegung. Oder wie sich das mit
den Oberflächenbeschaffenheiten (Topologie, "Haifischhaut") oder der
Oberflächenenergie ("Teflonhaut") dabei verhält ... Das wären
noch spannende Themen! Anmerkungen:
1.
Die Gleichung
ist identisch zur IMETER-Ringspaltgleichung - etwas anders formuliert - was bei interessierten Kreisen zu Diskussionen geführt hat - darum auch die Ableitung auf dieser Seite. 2. In der Gleichung für Gillmore (M20) - in der das Superpositionsprinzip verschiedener Kräfte (Viertes Newtonsches Gesetz) angewendet ist - tritt der Term für die Ringspaltströmung in der Klammer im zweiten Glied auf.
Hinzukommt das Formelzeichen "l", es steht für den Abstand der Messkörperunterkante zum Röhrenboden. Der Strömungswiderstand wird durch 4r und die Quetschströmung am Gefäßboden durch 3r²/2(l-h)³ berücksichtigt. Die Gleichung ist für den Fall, dass der Boden bereits dem Zylinder auf "h > l" angenähert ist; der Gleichung fehlt allerdings noch eine hinreichende Überprüfung!
3. Das grobe Prinzip der Methode (DiVA) ist nicht neu. In der Literatur sind Apparate mit Bezeichnungen "Viskowaage", gewisse "Falling Body"-Typen oder als "Falling Rod" bekannt. Referierende Quellen: Dinsdale, A., Moore, F., Viscosity and its Measurement, Chapman and Hall Ltd., London (1962), S.55ff. Symposium on Non-Newtonian Viscometry, ASTM Special Publ. No. 299, Selby and Hunstad on Forced Ball Viscometer, S.98ff. Wir hatten auch mit angebundenen Kugeln versucht - an Stokes anzuknüpfen. Das zeigte sich aber als unpraktisch. ... "Unpraktisch sein" - vom damals schwierigen Aufbau her - war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb sich fast ausschließlich Rotationsviskosimeter etablierten. 4. Einfach verfügbare
Literatur u.A. zum Thema Exzentrizität,
Quetschströmung etc.: Zur Übersicht der IMETER Visko-Methoden. l |
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Letzte Bearbeitung
07. Februar 2011